WGZ BANK
125 Jahre WGZ BANK sind gleichbedeutend mit fünf Generationen genossenschaftlichen Bankings in Nordrhein-Westfalen. Unsere tabellarische Übersicht stellt die wesentlichen Ereignisse und Entwicklungen der vergangenen 125 Jahre dar.
Die Historie der WGZ BANK ist geprägt durch die Ursprünge und Leitgedanken des Genossenschaftswesens sowie durch ihre genossenschaftlichen Vorfahren. Aber auch nach der Zusammenführung unter dem Namen "WGZ-Bank" wurde die kontinuierliche, mitglieder- und marktorientierte Weiterentwicklung der Bank fortgesetzt. Tiefere Einblicke in die Historie der heutigen Initiativbank bieten Ihnen die nebenstehenden Unterkapitel.
| Der Startschuss (10. Mai 1884) |
Dr. Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst, Leiter des Westfälischen Bauernvereins, forderte die fast fünfzig bestehenden Spar- und Darlehnskassenvereine per Rundschreiben auf, die Voraussetzungen für die Gründung einer Zentralbank zu schaffen. |
| Die Gründung (11. Juli 1884) |
Die westfälischen Spar- und Darlehnskassen gründen auf der konstituierenden Generalversammlung im Rheinischen Hof, Münster, die Ländliche Centralkasse. |
| Schnelles Wachstum in den ersten 20 Jahren | Durch einen regelrechten Gründungsboom gehören Ende 1904 fast 500 Kreditgenossenschaften zur Ländlichen Centralkasse. |
| Zahlreiche Schwestern | Auch im Rheinland brach sich die Genossenschaftsidee Bahn. 1892 konstituierte sich die Hauptgenossenschaftskasse für Rheinpreußen eGmbH zu Bonn. Weitere Schwesterinstitute entstanden in Kempen und Köln. |
| Regionale Unterschiede | Während in Westfalen das ländliche Genossenschaftswesen zu einer starken Organisation heranwuchs, waren im Rheinland die Kräfte zunächst zersplittert. Am 1. Juli 1896 nahm schließlich die Rheinische Genossenschaftsbank eGmbH, Köln, ihre Tätigkeit auf. |
| Gewerblicher Genossenschaftssektor | Auch im gewerblichen Genossenschaftssektor entstanden deutschlandweit weitere Verbandskassen. So wurde am 24. Januar 1897 in Münster die Westfälische Genossenschaftsbank eGmbH gegründet. |
| Die gute alte Zeit | Die Phase bis zum Beginn des ersten Weltkrieges war bei allen Zentralkassen durch eine besondere Stabilität gekennzeichnet. |
| Feuertaufe bestanden (1914-1918) |
Der erste Weltkrieg brachte für die Zentralkassen tiefgreifende Veränderungen. Dank der Rückendeckung durch die Zentralkassen bewältigten die Kreditgenossenschaften den Run auf ihre Schalter ohne große Probleme. |
| Inflationäre Auszehrung (1918-1923) |
Die Kreditgenossenschaften und ihre Zentralkassen wurden vom Währungsverfall stark getroffen, da auch erhebliche Teile ihres Vermögens vernichtet wurden. |
| Wundenlecken (1923-1928) |
Aufgrund des weitgehend eingebüßten eigenen Vermögens und des inflationsbedingten Vertrauensverlustes vieler Menschen konnten die Kreditgenossenschaften die Kreditwünsche ihrer Mitglieder nur noch unzureichend erfüllen. Angesichts dieser Probleme erwiesen sich die Zentralkassen als Helfer in der Not. |
| Weitere Rückschläge (1929-1933) |
Trotz der Weltwirtschaftskrise konnte die Ländliche Centralkasse in Münster allen berechtigten Ansprüchen ihrer Mitgliedsgenossenschaften prompt nachkommen. Im Rheinland hingegen wurde in Erwägung gezogen, das "lebendige Geschäft" vom "toten" zu trennen. Heute würde man das eine "Bad-Bank-Lösung" nennen. Stattdessen sollte eine Zweigstelle der Deutschen Genossenschaftskasse den rheinischen Instituten einen sicheren Kreditrückhalt gewähren. |
| Vereinzelter Widerstand (1933-1939) |
Das 1934 neu gefasste Genossenschaftsgesetz schrieb in seiner Präambel den Genossenschaften den Willen zu, "den Gemeinschaftsgedanken zu vertiefen und dem deutschen Volk zu dienen." So wurde das genossenschaftliche Prinzip der Selbsthilfe in einen völkischen Gemeinschaftsgedanken umfunktioniert. Trotz der auch im Genossenschaftssektor zunehmenden Gleichschaltung dominierten in den Instituten Persönlichkeiten, die in ihren Ämtern versuchten, die verhängnisvollen Auswirkungen der Reichsnährstandspolititk zu begrenzen. |
| Zentralkassen getroffen (1939-1945) |
In der letzten Kriegsphase zerstörten Luftangriffe die Gebäude der Zentralkassen in Koblenz, Köln und Münster. Bankunterlagen wurden vernichtet und Buchungen mussten wieder manuell ausgeführt werden. |
| Die Stunde Null (1945-1948) |
Nach der Niederlage verlor die Reichsmark mehr und mehr an Wert. Der Neubeginn war auch und insbesondere für das Bankgeschäft äußerst mühselig. |
| Der Wiederaufbau (1948-1956) |
Die genossenschaftlichen Zentralkassen erfüllten wieder ihre Aufgabe als zentrale Verrechnungsstelle. Mit der Einführung der Deutschen Mark erloschen allerdings alle Forderungen gegen die öffentliche Hand und der Kreditinstitute untereinander. Im Durchschnitt schrumpften die Bilanzen der ländlichen Zentralkassen auf 0,6% der Reichsmark-Bilanzsumme, die der gewerblichen Zentralkassen auf 0,4%. |
| Vereinigung der gewerblichen Zentralkassen | Im Jahre 1950 wurde der Plan einer Vereinigung der rheinischen und der westfälischen gewerblichen Zentralkasse wieder aufgegriffen und am 9. Dezember die Zentralkasse westdeutscher Volksbanken eGmbH Münster-Köln formiert. |
| Raiffeisen und Volksbanken | Nach dem Zusammenschluss der beiden ländlichen Zentralkassen aus Koblenz und Köln zur Genossenschaftlichen Zentralbank Rheinland eGmbH (1968) folgte am 29. April 1970 der große Wurf: Die drei rheinisch-westfälischen Zentralbanken überwanden die Gräben zwischen der ländlich geprägten Raiffeisengruppe und den gewerblichen Volksbanken und formierten im Juni 1970 die Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank eGmbH, kurz WGZ BANK. |
| 70er Jahre bis heute | Die steigenden Anforderungen der deutlich gewachsenen Primärbanken brachten zusätzliche Erwartungen bezüglich des Leistungsspektrums der Zentralbank mit sich. Zur optimalen Betreuung ihrer Mitgliedsbanken und Kunden nutzt die WGZ BANK die Leistungsfähigkeit ihrer Tochtergesellschaften. Die WL Bank als größtes Tochterunternehmen der WGZ BANK fungiert als Kompetenzcenter im langfristigen Immobilienkreditgeschäft. Sämtliche Aktivitäten in den Bereichen M&A sowie Corporate Finance werden von der WGZ Corporate Finance Beratung GmbH wahrgenommen. Die WGZ Initiativkapital GmbH ist kompetenter Ansprechpartner rund um die Themen Eigenkapital- und Mezzaninefinanzierungen. Abgerundet wird das Dienstleistungsangebot der WGZ BANK durch die WGZ Immobilien + Treuhand-Gruppe, die sämtliche Immobilienaktivitäten bündelt. Um den Mitgliedsbanken auch die Möglichkeiten und Vorteile anderer europäischen Finanzplätze zu erschließen, ist die WGZ BANK zudem mit Tochtergesellschaften in Luxemburg und Irland vertreten. |